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Venezuela: Hilfe für Vertriebene

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Die Versorgungslage in Venezuela ist katastrophal, humanitäre Hilfe bitter notwendig. Mitten in dieser Situation werden die hungernden Menschen in Venezuela als Geisel und politisches Druckmittel missbraucht. Die Instrumentalisierung der Humanitären Hilfe zu politischen Zwecken lehnt Caritas international strikt ab. >> Pressemeldung 5. April 2019

Eine Frau und ihre Kinder stehen vor einem leeren KühlschrankLeidy Cordova (37) und ihre Kinder vor dem leeren Kühlschrank. "Wenn meine Kinder zu mir sagen, sie seien hungrig, dann kann ich nur lächeln und muss es ertragen."Caritas

Unterstützung für Flüchtlinge

Die schlechte Versorgungslage in Venezuela führt zu großen Fluchtbewegungen. Mehr als drei Millionen Menschen haben das Land bereits verlassen. Viele von ihnen besitzen nur noch das, was sie am Leib tragen. Die Caritas hilft den fliehenden Menschen daher in der Grenzregion, sowohl auf venezolanischer Seite als auch an mehreren Standorten in Kolumbien und Ecuador. Hier werden die Menschen versorgt, sie bekommen eine warme Mahlzeit, ein Dach über dem Kopf und medizinische Versorgung. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Beratungsangebote, vor allem psychosoziale und insbesondere juristische Betreuung.

In den juristischen Beratungen geht es um Fragen wie: Habe ich ein Anrecht auf staatliche Unterstützung? Erhalte ich Asyl? Wo und wie kann ich mich und meine Familie als Flüchtlinge registrieren? Ziel der juristischen Beratung ist, dass sich die Betroffenen ihrer Rechte bewusst werden und in der Lage sind, ihre Ansprüche bei den staatlichen Stellen einzufordern. Dadurch reduziert sich auch das Risiko, Opfer von Ausbeutung oder Missbrauch zu werden.

Sozialarbeiterin mit geflüchteter Familie in der UnterkunftBei venezolanischen Migranten: Die psychosoziale Betreuung der Partner von Caritas international ermittelt, was die Familie nach der Flucht am nötigsten braucht.German Ortega, Servicio Jesuita a Regugiados SJR

Die Arbeit der Caritas in der Grenzregion kommt knapp 23.000 Menschen zugute. Ein Schwerpunkt der Hilfen liegt auf der Unterstützung von schwangeren und stillenden Frauen, Neugeborenen und Kleinkindern sowie von Mädchen und Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt wurden. Älteren alleinstehenden Menschen sowie Indigenen der ethnischen Gruppen Yupka und Bari nimmt sich die Caritas ebenfalls besonders an.

Hilfe trotz widriger Umstände

Trotz der schwierigen Situation leistet Caritas international auch im Land selber Hilfe. In Zusammenarbeit mit einer weiteren Partnerorganisation, der Caritas Venezuela, werden in mehreren Regionen Säuglinge und Kinder mit Zusatznahrung versorgt. Die Caritas Venezuela gehört zu den wenigen Organisationen, die im Land überhaupt noch  helfen können und dürfen.

Caritas international bemüht sich darum, weitere Hilfsprojekte für die Menschen in Venezuela zu initiieren. Im Fokus der Bemühungen stehen Projekte im Gesundheitsbereich. 

Teile der hier dargestellten Arbeit werden vom Auswärtigen Amt unterstützt.

Zur Situation

Die Versorgungslage in Venezuela ist katastrophal. Lebensmittel und medizinische Versorgung sind kaum verfügbar oder nicht zu bezahlen. Für 2019 erwartet der Internationale Währungsfonds eine Inflation von 10 Millionen Prozent. Unter dem Machtkampf zwischen dem Oppositionspolitiker Juan Guaidó und Staatspräsident Nicolás Maduro hat vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden. Hilfslieferungen werden blockiert und die Not der Menschen wird als Druckmittel missbraucht. So wurde im Februar 2019 die Grenze zu Kolumbien geschlossen, um die Einfuhr von Hilfsgütern zu verhindern. Die Folge ist, dass die Menschen auf illegalen Wegen Lebensmittel und Medikamente nach Venezuala bringen. Das Risiko, dabei auf bewaffnete Banden zu treffen, die die Grenzregionen kontrollieren, ist sehr hoch. Als Hilfswerk lehnt Caritas international die Instrumentalisierung der Humanitären Hilfe zu politischen Zwecken strikt ab. Angesichts der politisch aufgeladenen Situation im Land halten wir am Prinzip der Neutralität fest und stehen denjenigen zur Seite, die Hilfe am dringendsten benötigen – der Zivilbevölkerung.  

April 2019