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Ukraine: Hilfe für die Leidtragenden des Konflikts

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Caritas Mitarbeiterin und älteres EhepaarEine Mitarbeiterin der Caritas unterhält sich mit einem geflohenen, älteren Ehepaar. Foto: Matthieu Alexandre / Caritas Internationalis

Krieg in Europa: Seit 2014 wird in der Ukraine gekämpft, nach wie vor kommt es im Osten des Landes täglich zu durchschnittlich 40 bewaffneten Zusammenstößen. Separatisten halten einen Teil des Landes besetzt. Die humanitäre Situation in ihrem Einflussbereich ist verheerend.

Auch die Menschen, die geflohen sind, müssen oft nur mit dem Nötigsten auskommen. Die Zahl der Vertriebenen und Geflohenen ist immens: Jüngsten Schätzungen zufolge sind ca. eine Million Menschen nach Russland geflohen. 1,5 Millionen sind intern Vertriebene im eigenen Land. Insgesamt sind 3,5 Millionen Menschen auf humanitäre Unterstützung angewiesen.

Humanitärer Bedarf kann kaum gedeckt werden

Nach wie ist der humanitäre Bedarf in der Ukraine hoch. Die Wasser- und Stromversorgung ist immer wieder unterbrochen, im Winter mit oft zweistelligen Minusgraden können die Menschen vielerorts nicht heizen. Viele Menschen haben nicht genug zu essen und nur einen unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung.  Die Caritas Ukraine versorgt die Menschen mit dem Notwendigsten zum Überleben: Briketts für den Winter, Nahrungsmittelpakete, Geldkarten sowie medizinische Hilfen und leistet psychosoziale Unterstützung. Etwa 600.000 Menschen leben in unsicheren Siedlungen, in denen sie täglich Beschuss und Landminen ausgesetzt sind.

Mobile Teams reisen regelmäßig in die umkämpften Gebiete

Caritas Mitarbeiter in SchutzausrüstungDie Mitarbeitenden der mobilen Einsatzteams reisen nie ohne Schutzausrüstung in die Pufferzone. Bislang ist bei ihren Einsätzen glücklicherweise noch nichts passiert.Foto: Jutta Müller / Caritas international

Mobile Projektteams, bestehend aus Sozialarbeitern, Ärzten und Psychologen, reisen unter hohem persönlichem Sicherheitsrisiko regelmäßig in die ukrainisch kontrollierte Pufferzone, um kranke und hilfsbedürftige Menschen vor Ort zu versorgen. Sie verteilen Nahrungsmittel, Heizmaterialien und Medizin und behandeln schwer und chronisch kranke Menschen, die sich noch immer in der Konfliktregion aufhalten. Auch die psychologische Unterstützung ist für die oftmals traumatisierte Bevölkerung von großer Bedeutung. Außerdem hat sich die Vergabe von Geldkarten bewährt, mit deren Hilfe die Betroffenen selbst entscheiden können, was sie am dringendsten benötigen. Viele Menschen berichten , dass sie es als deutlich würdevoller erleben, selber einkaufen zu gehen und über die dringendsten Bedarfe zu entscheiden. Eine Reportage und ein Video über die Arbeit der mobilen Einsatzteams finden sie hier.

Sozialzentren zur Krisenbewältigung

An insgesamt fünf Standorten hat die Caritas Ukraine Sozialzentren errichtet, um der Anlaufstellen zur Unterstützung anzubieten. Hierhin kommen die  Menschen, um sich in der Suppenküche ein warmes Essen zu holen, und erfahren gleichzeitig, dass sie sich auch rechtlich beraten lassen können. Auch andere Sozialdienste wie beispielsweise psychosoziale Unterstützung und Rechtsberatung bietet die Caritas in den Zentren an,. Viele Binnenflüchtlinge aus den umkämpften Gebieten wenden sich an die Sozialzentren, wo man ihnen dabei hilft, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden und durch Arbeitsberatung und Hilfe bei der Wohnungssuche Fuß zu fassen. Ca. 40.000 Menschen nehmen die Unterstützung in den Sozialzentren landesweit in Anspruch.

Zusätzliche Hilfsprojekte für Kinder und pflegebedürftige Menschen

HauskrankenpflegeHauskrankenpflege: In den umkämpften Gebieten leben viele alte und kranke Menschen - sie waren in ihrem Alter nicht mehr in der Lage, die Strapazen einer Flucht auf sich zu nehmen. Die Caritas-Mitarbeitenden besuchen sie zu Hause und leisten Unterstützung.Foto: Caritas Kramatorsk

Viele besonders vom Krieg betroffene Menschen sind alt oder krank. Während die jüngeren, ausgebildeten Menschen in andere Teile der Ukraine oder ins Ausland fliehen können, ist dies den älteren Bewohnern aus den Gebieten der Pufferzone oft nicht möglich. Die Caritas hilft ihnen mit einem Projekt zur Hauskrankenpflege und gibt finanzielle Unterstützung für Medikamente.

Die Caritas Ukraine nimmt in ihrer Arbeit auch Kinder und Jugendliche besonders in den Fokus. In Kinderhorten gehen die Mitarbeiterinnen besonders auf die Bedürfnisse von Kindern ein, die wegen ihrer Kriegs- und Fluchterlebnisse traumatisiert sind. Projekte, in denen sich Mitarbeitende der Caritas insbesondere um Kinder kümmern, gibt es in Kiew und Lviv, genauso wie in Chmelnyzkyj, Ternopil, Dnipro und Odessa.

April 2019

Zur Situation

Die Situation in der Ukraine, insbesondere im umkämpften Osten des Landes, ist alarmierend. Fast 10.000 Menschen kamen seit Kriegsbeginn ums Leben, 22.000 wurden verletzt. 1,7 Millionen Menschen leben als Flüchtlinge im eigenen Land, etwa 1,4Million Menschen sind zudem ins Ausland geflohen. Besonders betroffen sind natürlich die Menschen, die noch immer entlang der Konfliktlinie leben. Gerade ältere Menschen sind oft nicht in der Lage zu fliehen und harren in ihren Häusern aus. Die Caritas hat den Hauptfokus ihrer Arbeit daher in den letzten Jahren angepasst. Während es zu Beginn des Krieges vor allem darum ging, den fliehenden Menschen mit Sofortmaßnahmen zu helfen sowie in die aufnehmenden Gemeinden bei der Integration zu unterstützen, geht es mittlerweile verstärkt darum, die im Konfliktgebiet zurückgebliebenen Menschen zu versorgen.