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Kuba - Ein Erzbistum im Aufbau

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Kirchen wurden zerstört – außer sie waren kunsthistorische Zeugnisse wie die katholische Kathedrale Mariä Himmelfahrt des Erzbistums Santiago de Cuba (Catedral Basílica de Nuestra Señora de la Asunción). Christen lebten im Untergrund, ein reguläres Gemeindeleben war nicht möglich.

Der Heilige Papst Johannes Paul II. ermöglichte mit seinem Besuch der karibischen Insel im Jahr 1991 und seinem Treffen mit Fidel Castro dezente kirchliche Aktivitäten. Es gab keinen Priesternachwuchs, auch weil es kein Priesterseminar gab. Papst Franziskus hat deshalb Missionare nach Kuba entsandt, um die pastorale Arbeit aufzubauen – die regelmäßige Feier des Gottesdienstes, die öffentliche Verkündigung des Wortes Gottes und der Auf- und Ausbau caritativer Arbeit für die insbesondere arme Bevölkerung.

Einer dieser Missionare ist der katholische Priester Otto Anderco. Er stammt aus dem Dorf Botiz im Landkreis Satu Mare in Rumänien. Mit ihm steht der Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. seit dem Jahr 1991 in Verbindung. Seitdem hilft der Diözesan-Caritasverband seinen Partnern in Rumänien. Anderco leitete nach seiner Zeit als Kaplan und nach verschiedenen Pfarrstellen das vom Augsburger Diözesan-Caritasverband geförderte Kinder- und Jugendzentrum St. Franziskus im Elendsviertel von Baia Mare – einst das „Fugger’sche Frauenfeld“.

Seine Gemeindemitglieder dort waren überwiegend Roma-Familien mit allen ihren Schwierigkeiten. Sie waren in elenden Behausungen untergebracht. Anderco war durch seine Ehrlichkeit und Sparsamkeit Vorbild für seine ganze Gemeinde. Er verstand es, die Seele dieser Bevölkerungsgruppe anzusprechen. Bei ihm galten klare und eindeutige Vorgaben im Zentrum. Und dennoch liebten sie alle ihn, weil Anderco sie als Gegenüber, als Mensch schätzte und ihnen half, ohne je eine Gegenleistung zu fordern. Seine Gottesdienste waren auch aus diesem Grund stets brechend voll.

Auf Kuba ist der Missionar Otto Anderco Pfarrer der Pfarrei San Antonio Maria Claret in Santiago de Cuba. Seit zwei Jahren arbeitet er nun dort. Seine Gemeinde wuchs von 40 auf über 600 Mitglieder. Er organisierte einen Chor, eine Instrumentengruppe sowie Frauengemeinschaften und Angebote für Kinder und Jugendliche. Der Religionsunterricht findet in der Gemeinde statt. Ein Seniorentreff wurde gegründet. Viele Freiwillige helfen sich untereinander. Solidarität ist in dieser Gemeinde nicht nur ein Wort, sondern täglich gelebte Wirklichkeit. Otto Anderco packt Probleme an – praktisch und zielorientiert. Er unterstützt, wo er kann.

Auch sein Bischof, Erzbischof Dionisio von Santiago de Cuba, ist ein großes Vorbild für alle Menschen in seinem Bistum. Er ist ein Bischof für die Armen und Bedürftigen. Er fährt keine Limousine, sondern einen alten Pickup, um Materialien, Baustoffe, Holz oder Lebensmittel, transportieren zu können. Neben seinem Ordinariat kochen Mitarbeiter seiner Erzdiözese für täglich für 160 alten Menschen, die ihr warmes Essen in Schüsseln mit nach Hause nehmen. Für sie wie auch für Alleinerziehende und Kinder ist das Leben, das unter den langfristigen wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Sozialismus auf Kuba leidet, besonders schwer.

Im gleichen Maß, wie sich Erzbischof Dionisio und Pfarrer Anderco für die Armen einsetzen, so sehr arbeiten sie am Aufbau kirchlicher Gemeindestrukturen. Katecheten werden ausgebildet und für die Gemeindearbeit fit gemacht. Inzwischen sind es 80 Gemeinschaften, wo Katecheten wirken. Sie gleichen den großen Priestermangel aus. Pfarrer Anderco und sein Erzbischof besuchen diese Gemeinschaften. Unter Stroh gedeckten kleinen offenen Hütten feiern sie unter großer Anteilnahme der Gläubigen die Messe. Beide haben einen Altarkoffer dabei, weil es keine Kirchen gibt.

Ihr Ziel ist es deshalb, Begegnungsräume für die Gemeinden zu schaffen. Auch die Ausbildung von Katecheten und Priestern liegen ihnen am Herzen. Nur so können langfristig Pfarreistrukturen entwickelt und aufgebaut werden.

Der Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. unterstützt dieses Ziel des Wiederaufbaus kirchlicher Strukturen, auch um dadurch die caritative Arbeit der katholischen Kirche stärken und ausbauen zu können. 


Unsere Projekte im Einzelnen

  • Bau von Gemeindezentren
  • Projekt „Ein gesundes Frühstück für mangelernährte Kinder im Einzugsbereich der San Antonio M. Claret Kirchengemeinde“