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Äthiopien: Nothilfe und Vorsorge

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Mann mit seinem abgemagerten NutztierSo wie bereits vor drei Jahren ist Äthiopien Anfang 2016 erneut von einer extremen Dürre betroffen. Caritas Internationalis

In Fachkreisen spricht man von "Förderung der Resilienz". Gemeint ist, die Menschen widerstandsfähiger zu machen und ihnen dabei zu helfen, sich den klimatischen Bedingungen anzupassen. Denn weite Teile Äthiopiens sind immer wieder von katastrophalen Dürren betroffen. so auch Anfang 2016, als über zehn Millionen Menschen auf die Verteilung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser angewiesen waren. Die anschließenden Überschwemmungen zwangen beinahe 300.000 Menschen zur Flucht. Anfang 2017 ist von diesen Überschwemmungen nichts mehr zu sehen - die Dürre hat das Land erneut im Griff, es drohte eine Hungersnot. Für die Menschen und unsere Partner vor Ort stellen die klimatischen Bedingungen eine enorme Herausforderung dar.

Kinder an WasserhahnDer Bau von Brunnen und Wasserrückhaltebecken ermöglicht auch in trockenen Zeiten Zugang zu Wasser.Christoph Gödan / Caritas international

In akuten Notsituationen, sei es Dürre oder Flut, leisten Caritas international und ihre Partnerorganisationen vor Ort logistische Schwerstarbeit. Denn es gilt, die Schwächsten und Bedürftigsten mit Soforthilfe schnell zu erreichen. Gleichzeitig werden gezielte Vorkehrungen getroffen, um die Menschen gegen die Folgen der Katastrophen besser schützen zu können. Nur mit einer sorgsamen Vorsorge kann die Hungerspirale durchbrochen werden. In den Distrikten Mieso, Afdem, Dembal und Shinille in der Somali Region setzt die Caritas verschiedene Projekte um:

Wasser, wo kaum Wasser ist

Wasser ist überlebenswichtig. Durch den Bau von neuen Brunnen, Tiefbrunnen und Regenwasser-Rückhaltebecken sowie durch die Instandsetzung älterer Brunnen können die Menschen auch in Dürreperioden Zugang zu Wasser erhalten. Gleichzeitig werden beschädigte Bewässerungssysteme und Viehtränken repariert. Um die akute Not zu lindern, liefern Tankerfahrzeuge Trinkwasser. Chlortabletten werden verteilt, um verschmutztes Wasser zu entkeimen.

Die Nahrungsmittelhilfen müssen auch nach dem Regen weitergehen.Die Nahrungsmittelhilfen müssen weitergehen.Christoph Gödan, Caritas international

Ernährung und Einkommen sichern

Die Ausgabe von dürreresistenten Futterpflanzen hilft mittelfristig dabei, dass die Menschen während Dürrezeiten nicht ihre Viehbestände verlieren, die für viele Menschen in dieser Region eine wichtige - wenn nicht die einzige - Lebensgrundlage sind. Mobile Tierärzte besuchen die Kleinbauern und Viehhalter vor Ort und impfen das Vieh. Weiter verteilt Caritas international Getreide- und Gemüsesaatgut.Mit Bienenstöcken wird die Möglichkeit, Einkommen zu erwirtschaften, erweitert. Diversifizierung - also das bewusste Komninieren mehrerer landwirtschaftlicher Produkte - sichert die Daseinsvorsorge. Parallel erhalten Familien und Kooperativen Ausbildungen in Landwirtschaft, Tierhaltung, Bienenzucht und Vermarktung. Besonders bedürftige Personen werden beim Kauf von Nahrungsmitteln finanziell unterstützt, und mit "Cash-for-Work" können die Menschen ein Einkommen erzielen. Dabei erhalten sie Geld für Arbeiten, die der Gemeinde zugute kommen, zum Beispiel dem Bau der Wasserrückhaltebecken.

Nachhaltige Vorsorge

Rund 347.000 Menschen werden mit der Unterstützung von Caritas internatinal erreicht. Wichtig ist dabei, dass diese Hilfe nachhaltig ist. Denn die Somali Region wird auch in Zukunft nicht von Wetterextremen verschont bleiben. Daher sind die Projekte eng mit Programmen zur Ausbildungen verknüpft. So werden, parallel zum Brunnenbau sogenannte Wasserkomitees ausgebildet, die die Anlagen instand halten können.

Frauen und Mütter können an Schulungen zu Ernährungsfragen und kindgerechter Ernährung teilnehmen. Zugleich werden Frauenkooperativen gegründet und gefördert, und Jugendliche, Migranten und Frauen organisieren sich in Selbsthilfegruppen, um gemeinsam Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.

März 2018