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Türkei: Hilfe für die, die keine Hilfe erhalten

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Gerade Angehörige von Minderheiten wie Assyrer, Yeziden, Armenier, Mändäer und Aleviten sind oft besonders bedürftig und zählen daher zur Zielgruppe dieses Projekts. Dass es diese Gruppen in der Türkei so schwer haben, hat verschiedene Gründe: Während syrische Flüchtlinge temporären Schutz in der Türkei genießen, ist der rechtliche Status für alle anderen Flüchtlinge, deren Herkunftsländer nicht europäisch sind, weitaus schwieriger. Diese können individuellen internationalen Schutz beantragen. Der Registrierungs- und Prüfprozess wird parallel, einerseits durch die türkischen Behörden und andererseits durch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), durchgeführt.

Türkische Politik der Satellitenstädte

Mehrere provisierte ZelteManche Flüchtlinge werden in der Türkei systematisch von Hilfe ausgeschlossen. Einige leben in improvisierten Unterkünften, die sie sich selber zusammengebaut haben.Caritas Internationalis

Die türkische Regierung versucht zu vermeiden, dass sich die geflohenen Menschen um die Metropolen wie Istanbul, Ankara oder Izmir ansiedeln. Daher werden die Flüchtlinge in mehreren sogenannten Satellitenstädten - meistens in Zentralanatolien - untergebracht, während ihr Aufenthaltsstatus geklärt wird. Ein Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann. Besonders Angehörige von Minderheiten fallen dabei oft durchs Raster der vor Ort tätigen Hilfsorganisationen - Caritas international versucht, zusammen mit dem lokalen Partner vor Ort, die bestehenden Versorgungslücken in diesen Orten zu schließen. Dafür besuchen unsere Partner die Familien zu Hause und identifizieren so die Fälle von besonders großer Relevanz, beispielsweise Familien mit schweren Krankheitsfällen.

Menschenwürdige Lebensbedingungen ermöglichen

Menschen zu helfen, die sonst keine Hilfe erhalten - das ist der Auftrag der Caritas in der Türkei. Dies geschieht beispielsweise durch die Kostenübernahme von medizinischen Behandlungen oder durch die Ausgabe von Nahrungsmittelcoupons. Einige besonders bedürftige Familien erhalten auch Geldzahlungen in Höhe von 60€, damit sie sich mit dem Nötigsten versorgen können. Für die Kinder der Flüchtlingsfamilien, von denen viele aufgrund der schrecklichen Erlebnisse schwer traumatisiert sind, organisiert die Caritas die Möglichkeit zur sozialen Integration durch eine Kostenübernahme für Kindergartengebühren. Darüber hinaus erhalten besonders vulnerabler Flüchtlinge eine Verfahrensbegleitung, um einen schnelleren Zugang zu bestehenden Schutzmechanismen zu gewährleisten. Knapp 10.000 irakische Flüchtlinge, die von anderen Hilfsorganisationen ansonsten nicht versorgt werden würden, kann Caritas international - zusammen mit der Caritas Türkei - mit diesem Projekt unterstützen.

Dezember 2016