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Syrien: Nothilfe im Kriegsgebiet

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Ein Mann sitzt in einem zerstörten Wohnhaus in Syrien und trinkt TeeVersuch eines Alltags im zerstörten Syrien. Auch wenn nur noch an wenigen Orten gekämpft wird, sind 13 Millionen Menschen in Syrien nach wie vor auf Hilfe angewiesen.Foto: Caritas Syrien

Acht Jahre nach Ausbruch des Kriegs in Syrien wird nur noch an wenigen Orten gekämpft. Doch auch wenn die unmittelbare Gefahr durch herabfallende Bomben oder umherschwirrende Kugeln für viele Bewohner gebannt ist, die Situation in Syrien bleibt für die meisten Menschen nach wie vor verheerend: Ein Großteil der Häuser und Infrastruktur ist zerstört oder beschädigt, viele Menschen haben keine Nahrung, keine Arbeit, keinen Zugang zu sauberem Wasser. Nur wenige Kinder können eine Schule besuchen. Nahezu jeder Bewohner und jede Bewohnerin Syriens hat jemanden verloren, der ihm oder ihr nahestand.

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Nothilfe, um Überleben zu sichern

Der Situation entsprechend leisten Caritas international und ihre lokalen Partner, in erster Linie die Caritas Syrien und mehrere Ordensgemeinschaften, nach wie vor Nothilfe. So werden an verschiedenen Orten Nahrungsmittel verteilt, beispielsweise in Aleppo, Hasake und Gouta. Zudem erhalten die Menschen Kleidung und Hygieneartikel sowie Decken und Matratzen. Die Verteilungen werden oftmals mit Hilfe von Gutscheinen organisiert, sodass die Menschen ihre Unterstützung individuell anpassen können. Die Hilfe ist nach wie vor bitter notwendig, denn die Ressourcen der Menschen sind nach acht Jahren Krieg vollständig aufgebraucht. Ohne Eigentum, ohne Arbeit und oft ohne Dach über dem Kopf sind viele Menschen vollständig auf externe Unterstützung angewiesen. In Aleppo und Hasake finanziert die Caritas außerdem medizinische Behandlungen und teilweise Operationen. Die meisten der Krankheiten und Verletzungen gehen auf den Krieg und seine unmittelbaren Folgen zurück. Insgesamt erreicht die Caritas mit ihren Hilfen derzeit mehr als 100.000 Menschen.

Syrien: Wirkung in ZahlenGrafik: Caritas international

Unterstützung für besonders schutzlose Menschen

Der Krieg hat die Menschen, die sich in ohnehin schwierigen Lebenssituationen befanden, besonders hart getroffen. Kinder haben ihre Eltern verloren oder können nicht mehr zur Schule gehen, Mütter stehen plötzlich ohne ihren Mann und damit ohne Einkommen da, Menschen mit Behinderung haben keine Anlaufstellen mehr. Die Caritas unterstützt diese Menschen daher in besonderem Maße. In Homs erhalten Kinder von einer Caritas-Partnerorganisation Nachhilfeunterricht, um wieder Anschluss an die Schule finden zu können. In Aleppo hat die Caritas sogenannte "Child Friendly Spaces" eingerichtet. Es handelt sich dabei um geschützte Räume, in denen Kinder frei von Angst und Stress Spaß haben können und wieder lernen, Anderen zu vertrauen. Auch deren Mütter, oftmals durch den Krieg verwitwet, finden hier Unterstützungsangebote, um mit dem Erlebten besser umgehen zu können. In Homs richtet sich ein Projekt der Caritas speziell an Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung und fördert diese entsprechend. Im Team der Caritas arbeiten zudem Physiotherapeuten, Lehrer und Psychologen.

Zur Situation

Nach acht Jahren Krieg liegt ein Großteil des Landes in Schutt und Asche. 13 Millionen Menschen sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Medizinische Einrichtungen und Infrastruktur sind oftmals zerstört oder stark beschädigt. Jede fünfte Schule wurde zerstört, viele qualifizierte Lehrkräfte haben das Land verlassen, so dass es zu massiven Rückschritten im Bildungsbereich gekommen ist. Die Krise hat zu massiven Flüchtlingsbewegungen, großflächiger Zerstörung und Kontaminierung von landwirtschaftlichen Flächen geführt. Wertschöpfungsketten, industrielle Anlagen und viele Güter wurden massiv beschädigt. Stark gestiegene Schulden tragen ebenfalls zum wirtschaftlichen Niedergang bei. All das führt zur Zerstörung der Lebensgrundlagen und damit zur sozio-ökonomischen Not der Menschen.

März 2019