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Südsudan: Soforthilfe für zivile Opfer in Tombura-Yambio

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Frau mit Kind bei der RegistrierungDie Aufnahme zahlreicher Verwundeter im Krankenhaus von Yambio führt zu langen Wartezeiten.Catholic Diocese of Tombura-Yambio

In der Provinz Western Equatorai nicht weit von der ugandischen Grenze waren seit 2016 tausende Menschen aus Angst vor Übergriffen  geflohen. Andere, weil ihre Häuser im Zuge von Konflikten zwischen Milizen und Regierungsgruppen geplündert oder abgefackelt wurden und sie nun ohne Vorräte vor dem Nichts standen. Sie haben in Kirchen und Schulgeländen Zuflucht gesucht. Viele beklagen den Tod von Familienmitgliedern. 60.000 Menschen sind bis heute direkt betroffen.

So hielten sich allein in der Grundschule von Nabima Mitte 2017 rund 4.000 Menschen auf und wurden von den lokal anwesenden Hilfswerken registriert.

Auch die Partnerorganisation von Caritas international vor Ort, die Katholische Diözese Tombura-Yambio (CDTY), nimmt sich seit Jahren der Vertriebenen an und leistet direkt Hilfe. Da in der Region rund 90 Prozent der ansässigen Haushalte von Landwirtschaft und Viehzucht leben, sind sie auf kontinuierlichen Zugang zu Land angewiesen. Genau das ist nicht mehr gewährleistet.

Menschen sitzen auf einer Mauer und wartenAuf dem Schulgelände von Yambio warten Hilfsbedürftige - oft ganze Familien - auf ihre Registrierung.Catholic Diocese of Tombura-Yambio

Erschöpft von der Flucht

Über Wochen kamen Menschen in die Schule Nabima. Oft hatten sie Schutz in der Savanne gesucht und unter freiem Himmel übernachtet, ohne Essen, ohne Trinkwasser. Viele Personen, insbesondere Kinder, zeigen Anzeichen von schwerer Erschöpfung und Unterernährung. "Wasserversorgung und Hygienemanagement werden zunehmend problematisch. Der Gesundheitszustand der Menschen verschlechtert sich täglich, vor allem aufgrund des Nahrungsmangels", berichteten Mitarbeiter der Diözese.

Dank des gut ausgebildeten Personals der Diözese konnte die Caritas schnell die Bedürftigsten und verwundbarsten Haushalte mit dem Nötigsten unterstützen. So konnten in kurzer Zeit 700 besonders benachteiligte Haushalten mit Nahrungsmitteln und Hilfsgütern versorgt werden, später nochmals mehrere hundert Haushalte.

Erste Ernten und Wasser für 1.000 Haushalte

Die Vertriebenen erhalten Nahrungsmittel wie Maimehl, Bohnen, Speiseöl, Zucker und Salz. Zudem sind Zeltplanen, Decken, Essgeschirr und Matratzen in dem Nothilfeplan enthalten. So wurde bereits 2017 der erste aktute Bedarf gemeinsam mit der Katholischen Diözese mit elementaren Nahrungsmitteln und Hilfsgütern überbrückt. Rund 200 Haushalte erhielten später Saatgut und Werkzeuge, um die Ernährungssituation ihrer Familienmitglieder und der lokalen Gemeinschaft durch landwirtschaftlichen Anbau mittelfristig verbessern zu können. Der Anbau von Ernüssen, Bohnen und Mais brachte erste Ernten für die Betroffenen ein. Derzeit erhalten rund 100 Menschen für ihre landwirtschaftliche Arbeit umgerechnet etwa zwei Dollar täglich - über einen Zeitraum von sechs Monaten. Sei bepflanzen und bearbeiten zwei Gemeinschaftsfelder der Vertriebenen, um für alle eine Ernte einzufahren.

Durch den Bau und die Instandsetzung von vier Wasserstellen ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser für etwa 1.000 Haushalte innerhalb der Projektregion mittelfristig gesichert.

Von April 2017 bis März 2018 werden 280.000 Euro in Tombura-Yambio für die Bedürftigen zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden mindestens 2.450 Haushalte - das sind rund 12.250 Einzelpersonen begünstigt. Die katastrophale humanitäre Situation im Land besteht Anfang 2019 unverändert. Selbst wenn ein merklicher Rückgang der bewaffneten Konflikte verzeichnet werden sollte, ist die kriegsgebeutelte Bevölkerung im Südsudan weiterhin hochgradig auf Not- und Übergangshilfe angewiesen.

Januar 2019

Zur Situation

In der Region Yambio befindet sich seit 2016 das Ausmaß der gewaltsamen Konflikte, die Zahl an hilfeabhängigen Menschen und die Dimension des wirtschaftlichen Zusammenbruchs auf einem Höchststand seit Beginn dieser Krise im Südsudan. Im Dezember 2017 wurden Regierungstruppen der SPLA auf der Strecke zwischen Yambio und Ibba (Provinz Western Equatoria) von einer Rebellengruppierung attackiert. Die in den darauffolgenden Tagen stattfindenden Vergeltungsschläge hatten zahlreiche Zivilisten zum Opfer. Viele Menschen wurden im Kreuzfeuer oder bewusst getötet, Siedlungen gemäß Augenzeugen geplündert und abgebrannt. Vor allem entlang der Fluchtstrecke der Milizen kam es zu zahlreichen brutalen Überfällen und Tötungen der Zivilbevölkerung. Die am stärksten betroffenen Dörfer sind Yapuku, Bazumburu, Gitikiri, Rii-Bodo, Bazungua, Rii-menze und Bangasu.

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