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Sri Lanka: Zukunft für Vertriebene

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Gruppe vor HausSchwierige SchräglagePeter Mustermann

Die Distrikte Kilinochchi und Mullaitivu sind auch sieben Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges von den Kriegsfolgen gezeichnet. Bis Mitte 2010 konnten rund 95.000 Menschen in die nördlichen Distrikte zurückkehren, die als Binnenvertriebene in Notunterkünften oder bei Bekannten auf das Ende des Ausnahmezustandes gewartet hatten.
Bis heute leiden die Rückkehrer/innen unter den Kriegsfolgen, psychisch wie materiell: Die Häuser waren weitgehend zerstört und viele haben bis heute keine sichere Bleibe. Die Lebensgrundlagen der Familien waren oft gar nicht mehr existent: Den Bauern mangelt es bis heute an landwirtschaftlichem Werkzeug, Saatgut sowie Kleintieren. Für viele junge Frauen, darunter viele Witwen, fehlen bis heute berufliche Perspektiven außerhalb der Landwirtschaft. Der Mehrheit der rückkehrenden Familien konnten den Schulbesuch ihrer Kinder nicht durchgängig gewährleisten. Zu der materiellen Not und der Armut im Land kommen seelische Lasten: die psychischen Folgen des Krieges in Form von Traumata und psychischen Belastungsstörungen erschweren den Kindern und jungen Menschen, stabile Familien zu gründen und Vertrauen in die Gesellschaft zu fassen.

Mit wem wir vor Ort zusammen arbeiten

Die Ordensgemeinschaft der Oblaten, selbst von den Wirren des Bürgerkrieges betroffen, betreibt seit 1995 ein Zentrum für Beratung und psychologische Betreuung sowie Weiterbildung in Kilinochchi. Nach der Tsunamikatastrophe 2005 wurde gemeinsam mit Caritas international eine Zweigstelle in Mullaitivu aufgebaut. Das Zentrum arbeitet heute unter dem Namen Amaithy Thendral, was so viel heißt wie "friedliche Wellen". Es ist inzwischen die Hauptstelle für das Programm zur psychosozialen Betreuung und Beratung der vom Krieg betroffenen Bevölkerung im Vanni, der nördlichen Region Sri Lankas.

Die verwundbarsten Menschen sind verwaiste und misshandelte Kinder, Witwen und ihre Kinder, Menschen mit (kriegsbedingten) Behinderungen, Rückkehrer/innen aus den Binnenflüchtlingslagern. Mit ihnen arbeiten die Projektmitarbeiter/innen, die sich zum Ziel gesetzt haben, insbesondere junge Erwachsene mit psychologischer und sozialer Unterstützung zu befähigen, tragfähige Familien aufzubauen. In vielen Schulen in den Distrikten der Vanni-Region bietet Caritas mit ihrer Partnerorganisation seelischen Beistand und berät Kinder und Jugendliche sowie deren Lehrer und Eltern.

Zudem arbeiten die Oblaten mit Unterstützung der Caritas mit vielen alten Menschen, die ihre Familien infolge des Krieges verloren und Zuflucht in den wenigen Altenheimen gefunden haben. Hier finden sie  bei den sozialen Diensten Hilfe, doch auch Hausbesuche in den betroffenen Familien ermöglicht eine direkte psychologische Beratung und Begleitung.