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Sri Lanka: Nothilfe nach Überschwemmungen

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Menschen packen Säcke zusammenEine Pfarrei in der Erzdiözese Colombo stellt Pakete mit Nothilfegütern zusammen.Foto: Caritas Sri Lanka

Die lokalen Caritasorganisationen mit ihren Mitarbeitenden und vielen ehrenamtlichen Helfern begannen unmittelbar mit der Nothilfe und versorgten die Menschen mit warmen Mahlzeiten, Lebensmitteln und Trinkwasser. Für die Versorgung entlegener und abgeschnittener Gebiete stellte Caritas Sri Lanka Boote zur Verfügung.

Nach einer Situationserhebung konzentriert sich Caritas auf Hilfsmaßnahmen in sieben besonders schwer getroffenen Distrikten der drei Diözesen Galle, Ratnapura und Colombo, wo allein fast 200 Tote zu beklagen sind und die Zerstörungen immense Ausmaße haben.

Caritas unterstützt dort besonders gefährdete Haushalte. Das sind Familien mit Kindern, Großfamilien, Witwen, Kranke und Menschen mit Behinderungen. Die Auswahl erfolgt in Absprache mit der Diözese, den Ortspfarrern und lokalen Behörden.

Männer stellen Pakete zusammenHand in Hand: Freiwillige und Mitarbeitende von Pfarreien und Caritas  organisieren die Verteilung von Nahrungsmitteln. In den Paketen befinden sich unter anderem Reis, Zucker, Linsen, Milchpulver und Trockenfisch.Foto: Caritas Sri Lanka

Die Begünstigten erhalten von Caritas Nahrungsmittel, Kleidung, Hygieneartikel und Hausrat. Dabei handelt es sich immer um eine Grundausstattung, mit der die Familien die erste Zeit überstehen können. Unter den Nahrungsmitteln befinden sich beispielsweise Reis, Linsen, Milchpulver, Zucker, Trockenfisch, Kartoffeln und Salz, zum Hausrat zählen Moskitonetze, Bett- und Handtücher sowie Küchenartikel und für die Hygiene werden Seife, Zahnpasta, Desinfektionsmittel und Monatshygieneartikel für Frauen verteilt.

Wichtig ist auch, dass die Kinder baldmöglichst wieder in feste Tagesstrukturen finden und zur Schule gehen. Daher gibt Caritas an Familien mit schulpflichtigen Kindern Materialien ab wie Hefte, Stifte, Schulkleidung und Schuhe.

In Ratnapura initiierte Caritas ein Cash-for-Work-Projekt, in dem die Bevölkerung bei den Aufräumarbeiten hilft und dafür einen Lohn erhält. Damit sind die Betroffenen in der Lage, einen Teil ihres Lebensunterhalts zu sichern. Weiter wurden von der lokalen Caritas zusammen mit Freiwilligen über 60 Brunnen gereinigt.

Unterstützung von Don Bosco

Der Orden der Salesianer Don Bosco ist in Sri Lanka hoch angesehen und betreibt verschiedene Jugendeinrichtungen. Zwei Einrichtungen des Ordens liegen im Katastrophengebiet. Der Orden selbst hat ein Katastrophenmanagement errichtet und leistet Nothilfe. Darüber hinaus will er die ärmsten Familien beim Wiederaufbau unterstützen und kann dabei auf viele ehrenamtliche Berufsbildungsstudenten, wie Maurer, Elektriker und Installateure, zurückgreifen.

Caritas unterstützt den Orden bei der Versorgung und Wiederansiedlung von 50 armen Familien in drei südwestlichen Provinzen. Die Familien erhalten Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Hausrat und Medikamente. Weiter finanziert Caritas die Materialien zur Reparatur der Häuser.

Zur Situation

Ein sintflutartiger Monsunregen sorgte Ende Mai 2017 in Sri Lanka für großflächige Überschwemmungen und Erdrutsche in 13 von gesamt 25 Distrikten. 214 Menschen verloren bei der Katastrophe ihr Leben, mehr als 415.500 Menschen sind von den Überschwemmungen betroffen, die als die schwersten seit 14 Jahren bezeichnet werden. Rund 25.000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Die Regierung rief den Notstand aus und bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe.

 

Juli 2017