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Russland: Unterstützung von ukrainischen Flüchtlingen

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Besonders schwierig ist die Situation für geflüchtete Familien mit Kindern, für Senioren und für Menschen mit Behinderung, die zumeist keinerlei Ersparnisse haben. Die Caritas Russland unterstützt in den Standorten Rostow und Wolgograd seit Sommer 2014 Flüchtlinge aus der Ukraine. Gemeinsam mit der Caritas Saratow wird innerhalb dieses Projekts die gegenwärtige prekäre Lage von 400 Flüchtlingen, darunter kinderreiche Familien, Alleinerziehende, ältere und behinderte Menschen, in Südrussland, in den Gebieten Rostow und Wolgograd verbessert.

Flüchtlinge aus der Ukraine in RusslandDie Familie Sultanova floh vor dem blutigen Bürgerkrieg nach Russland. Dort wollen sie ein neues Leben beginnenFoto: Caritas international

Lebenssituation verbessern

Das oberste Ziel der Caritas vor Ort ist die Verbesserung der Situation von Familien, die besonders unter der Flucht zu leiden haben. Oft trifft es die ohnehin schon Schwächsten der Gesellschaft am härtesten. Alte und kranke Menschen, Alleinerziehende sowie Menschen mit Behinderung mussten meistens schon in ihrem Heimatland mit sehr geringe Einkünfte und wenig Rücklagen auskommen. Ohne ihr bekanntes Umfeld und sie unterstützende Familienmitglieder rutschen sie in Russland schnell in bittere Armut ab.

Die kurzfrisige Bargeldzahlungen der Caritas unterstützen sie, sich selbst aus der Armutsspirale zu befreien. So erhalten sie pro Monat finanzielle Hilfen in Höhe von 80 Euro, mit denen sie sich notwendige Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente und Kleidung kaufen können. Der Geldtransfer hat den Vorteil, dass sie selbstbestimmt auswählen können, welche Güter sie am dringendsten benötigen.

Zusätzlich werden gemeinsame Aktivitäten für die Kinder wie Basteln, Malen und Ausflüge organisiert, welche den Zusammenhalt und ihre psychische Gesundheit fördern. Mit Nachhilfeunterricht wird die schulische Integration erleichtert. Für die Erwachsenen werden Treffen und Austauschrunden organisiert.

Kinder sitzen am Tisch und auf dem Boden und malenGemeinsame Aktivitäten fördern den Zusammenhalt.Foto: Caritas Wolgrograd

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Beratung und Unterstützung bei der Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis oder der russischen Staatsbürgerschaft. Denn ohne diese können die Geflüchteten weder eine Arbeit finden, noch ihre Kinder zur Schule schicken. Die Caritas unterstützt Flüchtlinge bei der Klärung ihres Rechtsstatus und übernimmt auch Kosten für Beglaubigungen oder Übersetzungen der dafür erforderlichen Dokumente.

Perspektiven schaffen

Zahlreiche Menschen, die aus der Ostukraine nach Russland flohen, verfügen über einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, der aber in Russland nicht automatisch anerkannt wird. Zusätzlich mussten einige Menschen im Zuge der Flucht ihre Ausbildung abbrechen oder sind in ihrer Heimat keiner endgeldlichen Tätigkeit nachgegangen. Insgesamt ist es für die Geflohenen in Russland schwer, in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Die Caritas bietet Bildungsmaßnahmen für diese Personengruppen an. Die Maßnahmen, bei denen die Betroffenen Zusatzqualifikationen erwerben können, erleichtern ihnen den Zugang zu einer Beschäftigung. Auch Umschulungen sind Bestandteil des Projektes, die dazu beitragen sollen, einen Beruf zu finden, mit dem die Menschen ihren Lebensunterhalt ohne zusätzliche Sozialleistungen bestreiten können.

Familie aus der Ukraine mit vollen EinkaufswagenBargeldhilfen stabilisieren die Situation der Geflüchteten in Russland. Foto: Caritas Wolgograd

Juni 2018

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