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Philippinen: Zentrum für Straßenkinder

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Jungen stehen an einem Auto und bieten Süßwaren anMit Verkauf von Süßwaren versuchen diese Jungen etwa Geld zu verdienen. Robert Snache, flickr

Gemeinsam mit dem Orden der Religious Sisters of Mercy (RSM) sollen mehr Straßenkinder unterstützt werden. Caritas international arbeitet seit 2013 erfolgreich mit dem Orden zusammen und stattete nach dem Taifun Haiyan, der große Teile von Tacloban zerstörte, das Krankenhaus der Religious Sisters of Mercy mit neuen medizinischen Geräten aus und renovierte das gegenüberliegende College.

Innerhalb des Straßenkinderprojekts wird ein Gebäude als Drop-in-Center errichtet. Dieses fungiert einerseits als Anlaufstelle, in der die Kinder sich waschen und versorgen können, medizinische und psychosoziale Betreuung erhalten, Beratung, Zuspruch und Sicherheit finden. Andererseits stehen hier zehn Notschlafstellen zur Verfügung. In einer Lese- und Spielecke finden die Kinder Abwechslung und Erholung, Bildungsangebote ermöglichen zukunftsweisende Alternativen zum Leben auf der Straße.

Auch die Familien der Kinder, sofern vorhanden, werden beraten. Ziel ist es, die Kinder in die Familien zu integrieren und allen Beteiligten ein besseres Leben zu ermöglichen.

Mit Kampagnen- und Lobbyarbeit werden Bevölkerung und Politik auf die Problematik der Straßenkinder aufmerksam gemacht.

Zur Situation

Obwohl die Philippinen in den letzten Jahren eine Reihe wirtschaftlicher Erfolge zu verzeichnen haben und die Wirtschaft seit der Jahrtausendwende jährlich um rund sechs Prozent wächst, zählt es zu den ärmeren Ländern. Die Kluft zwischen und Arm und Reich ist groß, und die politische wie auch die wirtschaftliche Macht liegt nur bei einigen wenigen der einflussreichsten und wohlhabendsten Familien im Land. Ein Zeichen für das vorherrschende Elend und die Armut sind die Hunderttausenden Straßenkinder, die die Städte bevölkern. So zum Beispiel in der Stadt Tacloban auf der Insel Leyte. Rund 1.000 Straßenkinder leben hier und versuchen, durch Stehlen, Betteln, Müll sammeln oder gar Prostitution ein Auskommen zu finden. Die meisten sind zwischen sieben und 12 Jahre alt, sie wurden ausgesetzt, sind Waisen oder flohen vor Gewalt in der Familie. Es gibt aber auch Säuglinge und Kleinkinder, die mit ihren Familien auf der Straße leben. Durch staatliche Unterstützungsleistungen wird nur rund ein Viertel der Kinder erreicht.

 

November 2018