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Peru: Mitspracherecht und Umweltschutz

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Frau auf dem AckerMit Vergleichsstudien werden Alternativen zum Bergbau aufgezeigt.Red Muqui

Peru ist reich an Rohstoffen wie Gold, Zink und Nickel. Um die Bodenschätze maximal zu nutzen, vergibt die Regierung nahezu unkontrolliert Konzessionen an internationale Großkonzerne, die sich auch auf Naturschutzgebiete ausdehnen. Neben der ungehemmten Ausbeutung der Ressourcen findet mit der Förderung auch ein Raubbau an der Natur statt. Die Umweltschäden sind enorm: In der Verarbeitung werden Chemikalien eingesetzt, die Wasser und Boden langfristig verunreinigen. Die betroffenen Gebiete sind jahrzehntelang kontaminiert und immer wieder kommt es zu Massenvergiftungen unter der ansässigen Bevölkerung.

„Red Muqui“: Ein starkes Netzwerk

Zusammen mit gemeinnützigen Organisationen wehrt sich die Bevölkerung vielerorts gegen die eklatanten Zustände. „Red Muqui" ist mit dem Zusammenschluss von 29 kirchlichen und zivilen Einrichtungen eine der größten Organisationen. Das Netzwerk fordert Mitspracherechte für die Bevölkerung, transparente Verfahren, bessere sozial- und umweltverträgliche Rahmenbedingungen, stärkere Kontrollen sowie die Sanierung kontaminierter Gebiete. Im Netzwerk selbst besteht eine hohe juristische, ökonomische, politische und technische Fachkompetenz, welche zunehmend von regionalen Regierungen in Anspruch genommen wird.

Gesetzesänderungen bewirken

Menschen demonstrierenGemeinsam etwas erreichen: Mit Demonstrationen machen Red Muqui und Bevölkerung auf die Situation aufmerksamRed Muqui

Die Mitgliedsorganisationen, lokale Verwaltungen, Behörden und Bürgerbewegungen erhalten über „Red Muqui" Unterstützung, Beratung und Schulungen. Die lokalen Basisorganisationen werden in ihrer Arbeit eng begleitet und profitieren von rechtlichen und umweltfachlichen Beratungen. Über Websites und Social Media können Informationen über die betroffenen Regionen weit gestreut werden.

Mindestens sieben Gesetzesvorschläge und -änderungen in den Bereichen Umweltschutz, Flächennutzung, Konzessionsvergabe, Gesundheitsschutz und Recht auf politische Beteiligung der Bevölkerung sind zur Ausarbeitung und Veröffentlichung geplant. Ein Bulletin informiert über gesetzliche Initiativen und Entwicklungen und mit verschiedenen Maßnahmen soll die Öffentlichkeit sensibilisiert werden. Mit einer Vergleichsstudie können Alternativen zum Bergbau aufgezeigt werden: So wurde beispielsweise eine Einwohnerbefragung in Huancabamba und Ayabaca, nahe der ecuadorianischen Grenze durchgeführt, wo Bauern Biokaffee für den Fairen Handel produzieren. Bei der Befragung nahmen mehr als 31.000 Personen teil, obwohl viele von ihnen lange Anfahrtswege zurücklegen mussten.

Caritas international unterstützt die Bemühungen von „Red Muqui"und beteiligt sich darüber hinaus an der Kampagne: Bergwerk Peru: Reichtum geht - Armut bleibt.

Juni 2018

Audio

Bergbau in La Oroya / Peru

Radiobeitrag von Andrea Böckmann, ARD-Korrespondentin