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Pakistan: Bildung für eine bessere Zukunft

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Kinder mit Caritas-RucksäckenFür den Schulbesuch erhalten die Kinder Rucksäcke, Stifte, Hefte und Bücher.Foto: Kamran Chaudhry

Kostenloser Schulbesuch und Vorbereitungen auf einen Beruf, das bieten die 15 Bildungszentren von Caritas in der Provinz Punjab. Die Zentren befinden sich in fünf südlichen Bezirken, die zur Diözese Multan gehören. Die Schülerinnen und Schüler kommen ausnahmslos aus armen und benachteiligten Familien und müssen, neben dem Schulbesuch, durch Arbeit zum Familieneinkommen beitragen.  Dank der Bildungszentren bekommen sie die Chance auf eine bessere Zukunft. "Ich möchte gerne studieren und später ein eigenes Geschäft haben", sagt beispielsweise der zehnjährige Imaran Shahbaz, der die Einrichtung St. Peter's Center besucht. Kashif Raza Gill von Caritas Multan erklärt: "Wir wählen nur bedürftige Familien für unsere Zentren aus. Alle unsere Schüler arbeiten tagsüber." Das gilt auch für Shahbaz, der nach dem Unterricht seine Schuluniform gegen einen Blaumann tauscht, um Motorräder zu reparieren.

Ausstattung der Zentren

Caritas stattet Kinder und Pädagogen mit Materialien aus, darunter Schultaschen, Schulbücher, Schreibutensilien und Lehrbücher. Den Bildungszentren werden Büromaterial und Tafeln zur Verfügung gestellt, und für die Lehrkräfte finden Trainings und Fortbildungen statt.

Frau an NähmaschineAngeboten werden unter anderem Kurse in Schneiderei, Landwirtschaft, Geflügelzucht, und Schmuckherstellung.Foto: Kamran Chaudhry

Fortbildungsmaßnahmen für Jugendliche und Erwachsene

Nicht nur die Kinder profitieren von den Bildungszentren, sondern auch die Erwachsenen. Angeboten werden verschiedene Fortbildungen und Jobmöglichkeiten im Handwerk, in der Landwirtschaft oder Geflügelzucht. Der Erlös der Arbeit, so durch den Verkauf der gewonnen Produkte, bildet zum einen Teil die Entlohnung der Teilnehmenden und fließt zum anderen in die Projekte zurück. Farzana Samson (26) nahm an einem Nähkurs teil. Früher, so sagt sie, habe sie beim Baumwollpflücken rund 3.600 Rupien (46 Euro) verdient. Heute bekäme sie durch den Verkauf selbst genähter Kleidung viel mehr. "Ich habe einen Auftrag für 16 Kleider erhalten", erzählt sie stolz.

Zur Situation

Pakistan ist ein Entwicklungsland mit dessen typischen sozialen Problemen. Auffallend groß ist die Landflucht, die die Menschen auf der Suche nach einem Auskommen aus den Dörfern in die Städte treibt. Die wiederum können den Zustrom nicht bewältigen, und ganze Elendsviertel sind in den städtischen Randgebieten entstanden. Rund 23 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Armut der Eltern bedingt, dass die Kinder zum Familienkommen beitragen müssen. Trotzdem Kinderarbeit in Pakistan offiziell verboten ist, leisten Millionen Kinder schwere körperliche Arbeit in der Industrie, im Handwerk oder in der Landwirtschaft. Zeit für Schulbesuche bleibt dann nicht, und so liegt die landesweite Alphabetisierungsrate bei nur 58 Prozent, wobei im Gegensatz zu den Männern mit rund 70 Prozent nur 45 Prozent der Frauen ab 15 Jahren lesen und schreiben können. Hier wird die Benachteiligung der Frauen deutlich, die in Pakistan gravierend ist und bei Zwangsehen und Gewalt an Mädchen und Frauen ihre Fortsetzung findet.

 

März 2019