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Mainz

Neue Perspektiven in einem neuen Land

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Diplompädagoge Jnieh berät FlüchtlingWas ist zu tun? Marouane Jnieh berät einen Flüchtling zum aktuellen Stand im Asylverfahren.Bernd Eßling/ DiCV Mainz

Heute steht ein Nachbar bei Jnieh im Büro und beklagt sich, dass der Bürgersteig nicht richtig gekehrt sei. Jnieh verspricht, noch einmal mit den Hausbewohnern über deutsche Sauberkeit zu reden. Schnell sind sich die beiden einig, dass es auch in anderen Stadtteilen unterschiedliche Auffassungen zur Kehrpflicht gebe. Überhaupt "komme man ja prima miteinander aus", sagt der Mann noch. Er habe auch schon häufiger Dinge gebracht, die seine neuen Nachbarn gebrauchen können.

Die kommen aus Pakistan, Somalia, Iran, Irak oder Osteuropa. Fast alle sind auf eigene Faust und über gefährliche Pfade gekommen. Oft mit Hilfe von Schleppern, die sie teuer bezahlen mussten. In Deutschland brauchen die Flüchtlinge viel Geduld. Bis ein Asylantrag durch ist, kann es bis zu acht Jahre dauern. In dieser Zeit sind die Malteser ihre Ansprechpartner: Wenn es darum geht, Anträge zu stellen, einen Kindergarten oder eine Schule für die Kinder zu finden. Besonders wichtig sind Sprachkurse für Erwachsene, denn "Sprache ist der Schlüssel zur Integration", sagt Jnieh.

Widerstand gegen neue Flüchtlingsunterkünfte

Auch in Mainz sind Asylbewerber nicht überall willkommen. Die Stadt plant gerade zwei neue Gemeinschaftsunterkünfte für Kriegsflüchtlinge aus Syrien und stößt damit auf Widerstände. Etliche Bürger fürchten um den Wert ihrer Grundstücke und um den Frieden in ihrem Stadtteil. Behrouz Asadi, der Leiter der Flüchtlingsbetreuung, setzt sich bei Vorortterminen für die Flüchtlinge ein.

Syrische FlüchtlingsfamilieSyrische Flüchtlingsfamilie in Mainz: Sie haben eine Unterkunft bei den Maltesern in der Berliner Siedlung gefunden.Bernd Eßling

Er erzählt dann auch immer wieder die Geschichte von Abbas aus Afghanistan, der als Kind zwischen Orangenkisten ins Land geschmuggelt wurde. Heute ist er 19 Jahre alt, hat den Hauptschulabschluss in der Tasche und macht eine Ausbildung zum Kraftfahrzeug-Mechatroniker. Aus der Unterkunft ist er ausgezogen und wohnt jetzt in einem Appartement in der Stadt. Dort hat er neue Nachbarn, mit denen er vielleicht auch über die Kehrpflicht diskutieren wird.

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