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Nepal: Nachhaltig wirtschaften

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Dorfbewohner mit einem BaumsetzlingDas Bepflanzen der Steilhänge gehört zu den Vorkehrungen, die langfristig Erdrutsche verhindern können. Foto: Klaus Sänger

Seit Jahren leistet die Caritas Nepal Nothilfe nach Katastrophen und führt Katastrophenvorsorgetrainings mit der Bevölkerung durch. In diesem Projekt soll die Widerstandskraft der Menschen gestärkt werden, mit ganz unterschiedlichen Maßnahmen.

So wird zum einen durch eine nachhaltige Landwirtschaft und das Anpflanzen von Bäumen an gefährdeten Hängen der Erosionsschutz gestärkt. Damit kann das Risiko von Erdrutschen vermindert werden. Mit dem Pflanzen von widerstandsfähigem und ganz unterschiedlichem Saatgut erreichen die Menschen Vielfalt auf ihren Feldern, und das ist einerseits gut für Umwelt und Klima. Aber sie steigern so auch die Erträge, verbessern dadurch ihre Ernährung und das Einkommen. Zu Testzwecken wurde ein Demonstrationsfeld angelegt, auf dem die Bauern unter fachlicher Anleitung neue Anbaumethoden ausprobieren. Parallel dazu vermitteln Kurse wichtiges Wissen über nachhaltige Landwirtschaft und Anbautechnologien. Für Lila Majhi,39, hat sich das Training bezahlt gemacht: „Früher habe ich immer viel Geld beim Kauf von Gemüse ausgegeben. Jetzt kann ich selbst so viel ernten, dass es für die ganze Familie reicht.“

Schulen: Zentrale Bedeutung im Katastrophenschutz

Dorfbewohner auf einer VersammlungMit der Bevölkerung werden die Risiken einer Katastrophe diskutiert und Pläne erstellt, wie man Vorsorge treffen kann und was im Ernstfall zu tun ist. Foto: Klaus Sänger

In den Dörfern wird mit der Bevölkerung das korrekte Handeln im Falle einer Katastrophe trainiert. Kursort ist dabei die örtliche Schule. Die spielt im gesamten Katastrophenmanagement eine wichtige Rolle, denn hier treffen sich auch die Katastrophenkomitees und hier werden die Kinder für mögliche Katastrophen sensibilisiert. Da die Schulen im Falle einer Katastrophe außerdem als Auffanglager für Menschen genutzt werden, die vor dem Hochwasser fliehen mussten oder deren Haus zerstört wurde, werden sie entsprechend baulich aufgerüstet.

Wasser für Mensch, Tier und Landwirtschaft

Weiter werden im Projekt Wasserquellen, Reservoirs und Bewässerungskanäle repariert und ausgebaut, aber auch neue Wassersammeltechniken auf den Weg gebracht. Beim Erdbeben 2015 wurden nämlich viele Zuleitungen für Trinkwasser und Brauchwasser zerstört und die liegen seither brach. Fast 800 Familien haben bislang keinen Zugang zu Grundwasser.

Zur Situation

Am Fuße des Himalayas, im Tiefland an der Grenze zu Indien, dehnten sich ehemals große Regenwälder aus. Heute sind sie weitgehend abgeholzt, und die Region ist dicht besiedelt. Während der Regenzeit wird das Tiefland immer wieder Schauplatz verheerender Überschwemmungen. Die Abholzungen, Besiedlungen und eine intensive Beweidung haben die Landschaft in ihrer Beschaffenheit stark verändert. Bei Regen hat der Boden keinen Halt und rutscht von den Hügeln ins Tal und zerstört Häuser, Felder und Straßen. Durch den jährlichen Monsun treten die Flüsse im Tal über die unbefestigten und abgeholzten Ufer, Deiche und Staudämme brechen und es kommt zu schweren Überschwemmungen und Sturzfluten, die ganze Dörfer mit sich reißen. Der Bruch des Koshi-Staudammes im Jahr 2008 zählt zu einer der schwersten Katastrophen im Land. Auch 2016 und die Jahre zuvor war die Region immer wieder von Überschwemmungen betroffen. Die beiden Distrikte Mahottari und Dhansuha zählen zu den katastrophenanfälligsten in ganz Nepal. Der Klimawandel erhöht das Risiko und die Auswirkungen.

 

Juli 2018

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