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Südafrika: Nachbarschaftshilfe für kranke Menschen

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Zwei junge Mädchen Die Sozialarbeiter des Zentrums suchen die Kinder auch zu Hause auf.Caritas international

Das Projekt zur häuslichen Pflege der Erkrankten und ihrer Angehörigen arbeitet an der Basis - direkt mit den von Krankheit betroffenen Menschen zusammen.

Jeden Tag besuchen zwei Frauen in einer Wohnsiedlung bei Marianhill mehrere schwer erkrankte Menschen. Sie bringen Essen und Wasser, helfen bei der Toilette und versorgen Hautverletzungen. Die beiden Frauen sind zwei Mitwirkende aus einem Team mehrerer hundert Personen, die sich in der häuslichen Pflege für ihre hilfsbedürftigen Nachbarinnen und Nachbarn einsetzen. Einmal in der Woche werden sie von einer Krankenschwester oder einem Krankenpfleger aus dem Projekt abgelöst, die Medikamente austeilen und medizinische Hilfe leisten.

Unterstützung für chronisch Kranke in der ländlichen Armutsbevölkerung ist nur ein Ziel des Hauspflegeprojekts des Community Outreach Centre (COC) rund um Mariannhill in der südöstlichen Provinz KwaZulu-Natal. Oft sind es Frauen und alte Menschen, die Kranke pflegen. Doch auch die Kinder und jungen Erwachsenen, die ihre Großeltern oder Geschwister pflegen müssen, weil ihre Eltern verstorben sind, erhalten Unterstützung. Sanitäre oder medikamentöse Mittel für die Pflege werden vom Zentrum beschafft.

PortraitThulani Sibiya kennt die Geschichte seiner heutigen Klienten aus eigener Erfahrung - und das erleichtert den Zugang zu den jungen Menschen.Caritas international

In der Provinz KwaZulu-Natal leben rund eine Million Kinder als Halbwaisen oder Waisen. Viele Eltern sind an den Folgeerkrankungen einer Virusinfektion gestorben. Die hohe Armut in den ehemaligen Townships rund um die Stadt Durban wirkt sich negativ auf den Gesundheitszustand der Kinder au, viele sind mangelernährt.

In neun Gemeinden unterstützt das Community Outreach Centre jährlich mehrere tausend Patienten und ihre Familien sowie 5.200 bedürftige Kinder und Jugendliche. Bei dieser Arbeit wird das Team von COC in den drei Gemeinden Lunganda, Kwandengezi und Dassenhoek von Caritas international finanziell unterstützt, um die Lebenssituation besonders bedürftiger Menschen zu verbessern, deren Leben durch Armut, Mangelernährung und Krankheit erschwert wird.

Mobile Klinik

Neu ist im Programm des Community Outreach Centres eine mobile Klinik: Sie fährt zu Schulen im Projektgebiet und steht dort den Kindern und Jugendlichen für Gesundheitschecks und Beratungen aller Art zur Verfügung. Bei Bedarf werden die Schüler an Krankenhäuser weitervermittelt und intensiver betreut. Die mobile Klinik wird von Caritas international unterstützt. So konnten medizinische Materialien im Wert von rund 25.000 Euro beschafft und damit die Untersuchungen verbessert werden.

300 Kindern und Jugendlichen kommt die Hauskrankenpflege zuteil, 30 Kleinkinder erhalten durch ein Programm zur frühkindlichen Gesundheit wichtige Zusatzernährung. 95 Kinder werden in Drop-in-Centern betreut und 240 Kinder in Schulgruppen. Zudem zählen 506 Erwachsene zu den direkt Begünstigten:  450 erhalten häusliche Pflege und 65 Pesonen nehmen an Einkommen schaffenden Maßnahmen teil.

Jungedliche in SchuluniformJugendliche unterstützen sich gegenseitigCaritas international

Kinder stärken

An zehn Primarschulen begleitet das Team von COC betroffene Kinder in psychosozialen Beratungsgruppen. Essenspakete, Schuluniformen, Hausaufgabenhilfe für Grundschüler/innen und Spielzeug für Kindergärten sowie Saatgut für die Schul-Gemüsegärten helfen, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

In dem Township Thornwood erhalten Kinder, Jugendliche und Erwachsene dank der Jugendsozialarbeit des COC eine umfassende gesundheitliche und psychologische Betreuung sowie ein Bildungs- und Fortbildungsangebot. Auch hier werden arme verwundbare Familien medizinisch und psychologisch betreut. Kleinkinder erhalten in einem Drop-in-Zentrum frühkindliche Bildung, Schulkinder werden durch ein Betreuungsangebot in ihren schulischen Leistungen und ihrer Sozialkompetenz gestärkt. Freiwillige Projektmitarbeiter werden von der Leitung dabei unterstützt, durch Einkommen schaffende Maßnahmen ökonomisch selbstständig zu werden.

Ziel des Community Outreach Centers ist es, eine völlige Selbstverwaltung der kommunalen Einrichtungen zu erwirken. Sie will sich als gemeinnütziges kommunales Dienstleistungszentren registrieren lassen und hätte damit Zugang zu staatlicher Finanzhilfe.

Februar 2018