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Hilfe für Opfer, die zu Täter wurden

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Eddy Yamwenziyo und FlüchtlingEddy Yamwenziyo ist Nothilfekoordinator der Caritas Goma. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen, wenn es darum geht, Flüchtlingen beizustehen.Alexander Bühler/ Caritas international

Eigentlich hat der Kongo alles, was eine Nation braucht, um reich zu sein: Gold, Diamanten, Zinn, Kupfer und seltene Metalle. Tatsächlich aber ist das Land eines der ärmsten der Welt. Sein Reichtum ist das Problem. Immer neue Kriegsherren rekrutieren Milizen, um mit Gewalt an die Rohstoffe zu kommen. Dabei setzen sie  Kindersoldaten ein. Seit 1997 sind im Kongo rund vier Millionen Menschen umgekommen.

Zentrum der Auseinandersetzungen ist die Region Nordkivu. 27 Milizen kämpfen dort um Ressourcen und Minen. Zusätzlich terrorisieren sie die Zivilbevölkerung. Sie plündern, vergewaltigen, morden und zwingen viele Bürger ihre Häuser zu verlassen. Derzeit sind im gesamten Kongo mehr als 2,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Allein rund um die Stadt Goma gibt es sechs Flüchtlingslager. Die Caritas Goma versorgt die Camps, und ihre Mitarbeiter gehen zu denen, die mitten im Kriegsgebiet feststecken.

 

Kindersoldaten ein Leben ohne Gewalt ermöglichen

Neben der Flucht ist der Einsatz von Kindersoldaten ein großes Problem für das Land. So wird der Konflikt auf die Jüngsten übertragen, die Gewalt findet kein Ende. Kinder, die  aus den Milizen fliehen können, sind oft traumatisiert. Sie mussten zuschauen, wie andere Menschen gefoltert und ermordet wurden – meist haben sie selbst gemordet und gefoltert.

Ehemaliger Kindersoldat im UnterrichtDie ehemaligen Kindersoldaten erhalten Lese- und Schreibunterricht, damit sie eine Chance für ein normales Leben erhalten.Alexander Bühler/ Caritas international

Auch ihnen hilft die Caritas Goma. In vier Zentren gehen ehemalige Kindersoldaten wieder zur Schule und erhalten eine Ausbildung. Spielerisch bereiten sie die Caritas-Betreuer auf ein Leben ohne Krieg vor. Ist der Kurs vorbei, sollen die Kinder zu ihren Familien zurückkehren, von denen sie teilweise jahrelang getrennt waren.

Caritas-Mitarbeiter werden zum Garant für Frieden

Allerdings ist die Rückkehr in ihre Dörfer oft schwierig. Kindersoldaten sind geächtet, weil sie - von den Milizen gezwungen - an Plünderungen und Misshandlungen beteiligt waren. So werden aus den Opfern Komplizen und Täter. Zumindest in den Augen der Bevölkerung. Deshalb endet die Arbeit der Caritas-Betreuer nicht mit dem Abschluss der Schule. Sie begleiten die Kinder und werden so zum Garant für die Dorfgemeinschaft, dass die ehemaligen Kindersoldaten ihre Vergangenheit hinter sich gelassen haben. Die Caritas und ihre Mitarbeiter setzen sich so für den Frieden ein: Kinder, die sonst ausgeschlossen würden, haben eine neue Chance. Sie schlagen nicht aus Alternativlosigkeit wieder den Weg der Gewalt ein.

Ausführliche Informationen über die Konfliktregion Kongo und die dortigen Hilfsprojekte finden Sie im Wegangebot von Caritas international.

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