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Haiti: Medizinische Grundversorgung

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Verletztes Kind in einer Ambulanz der CaritasVerletztes Kind in einer Caritas-Gesundheitsstation.Katie Orlinsky, Caritas

Am 12. Januar 2010 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,3 auf der Richterskala den karibischen Inselstaat Haiti. Die Schäden waren enorm. Allein in der Stadt Léogâne wurden rund 90 Prozent der Gebäude zerstört, darunter Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser.

Unmittelbar nach dem Erdbeben errichtete Caritas international mit dem Missionsärztlichen Institut Würzburg (MI) und deren Partner Apotheker ohne Grenzen zwei Gesundheitsstationen, die die Notversorgung der Erbebenopfer übernahmen. Auch bei den folgenden Choleraepidemien waren die Stationen eine wichtige Anlaufstelle. Mangelnde sanitäre Anlagen und eine unzureichende Trinkwasserversorgung hatten dazu geführt, dass bis März 2014 rund 600.000 Menschen an Cholera erkrankten. Neben den Gesundheitsstationen wurden deshalb Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionskrankheit ergriffen, darunter der Bau spezieller Choleralatrinen und Duschräume, eine sichere Trinkwasserversorgung und systematische Müllentsorgung.

Ausbau zum Gesundheitszentrum

Gesundheitsstation in LéoganeGesundheitsstation in Léogane.Joost Butenop

Eine der Gesundheitsstationen wurde zwischenzeitlich zu einem Gesundheitszentrum ausgebaut, das heute die größte medizinische Erstversorgung in der Stadt Léogâne gewährleistet und eine Lücke im staatlichen Gesundheitssystem schließt.

Rund 90 Patientinnen und Patienten werden hier tagtäglich behandelt, und zumeist sind es die Ärmsten der Armen, die sich sonst keine medizinische Betreuung leisten können. Mit dem Ausbau des Gebäudes wurde auch das medizinische Angebot erweitert. Neben kurativen Behandlungen sind nun auch Vorsorgeprogramme wie Schwangerenvorsorge möglich, ein neues Labor leistet eine verbesserte Diagnostik und auch kleinere operative Eingriffe können vorgenommen werden. Neben der Allgemeinmedizin stehen zahnärztliche und andere fachärztliche Behandlungen zur Verfügung.

Prävention und Hausbesuche

Mütter mit ihren Kindern bei der ImpfstationImpftage im Gesundheitszentrum.Caritas international

Jede Woche finden in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium Impftage für Kinder und Mütter statt, weiter besteht ein Programm zur Erkennung und Behandlung von Unterernährung.

Besonders stolz ist die Leitung des Gesundheitszentrums auf 14 ausgebildete Gesundheitsarbeiter/innen, die in enger Kooperation mit dem Gesundheitsministerium mobile Beratungen im Stadtteil mit Hausbesuchen anbieten.

Seit 2013 führt mit Finanzierung durch Caritas die lokale Organisation OPAAL das Zentrum. Die Bayer Cares Foundation unterstützte die Umsetzung des Projekts.

Oktober 2016

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Cholera in Haiti - Tragödie in den Trümmer

Ein Beitrag von Dr. Joost Butenop, Fachreferent Humanitäre Zusammenarbeit und Public Health, Missionsärztliches Institut Würzburg.