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El Salvador: Vorsorgen statt nachsorgen

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zwei Frauen üben einen TransportgriffZur Evakuation von Verletzten wird oft der Transportgriff angewandt. Wie das geht, lernen die Menschen im Projekt.Foto: Caritas El Salvador

Ein Euro, der in der Vorsorge eingesetzt wird, spart sieben Euro in der Nachsorge. Von dieser Erkenntnis ausgehend, haben sich 15 Dörfer und Gemeinden in den Departements Chalatenango, San Vicente und San Salvdaor daran gemacht, für den Fall von Erdbeben, Stürmen, Überschwemmungen und Dürren vorzusorgen. Unterstützt werden sie dabei von der Caritas El Salvador, der Deutschen Caritas und dem Auswärtigen Amt. Am Anfang erstellen die Dorfbewohner eine Risikoanalyse: Was kann uns passieren, welchen Gefahren sind wir ausgesetzt? Ein besonderes Augenmerk gilt denen, die sich selbst am schlechtesten helfen können: Menschen mit Behinderung, alte Menschen, Kinder und Jugendliche. Bei der Erarbeitung stehen den Gemeinden Fachleute zur Seite. In einer ganzen Reihe von Schulungen werden praktisches und theoretisches Wissen zu Risikoanalysen, Krisenreaktionsplänen und Mikroprojekten zur Risikominderung vermittelt. Als Grundlage dient ein Katastrophenvorsorge-Projekt in Guatemala, das die Caritas erfolgreich umgesetzt hat.

Katastrophenschutz-Komitees dienen der Katastrophenvorsorge

In einem zweiten Schritt wird überlegt, was vorausschauend in die Wege geleitet werden kann. Zum Beispiel gehören Erste-Hilfe-Schulungen, ein Frühwarnsystem und die Ausstattung mit Helmen, Seilen und Taschenlampen dazu. Für den Ernstfall werden schließlich Katastrophenschutz-Komitees gebildet, die von ausgewählten Führungskräften geleitet werden. Sie koordinieren gemeinsam mit den lokalen Verwaltungen die Einsätze, so kann effizient, umfassend und gezielt geholfen werden. Überhaupt sind im gesamten Projekt Kommunalverwaltungen, Gemeinden und Partnerorganisationen eng miteinander verknüpft.

Zur Situation

Die Zahl der Naturkatastrophen hat sich laut jüngsten UN-Zahlen in den vergangenen zwanzig Jahren weltweit verdoppelt. Eines der am stärksten betroffenen Länder ist El Salvador, das beim Weltrisikoindex des Bündnisses „Entwicklung hilft“ auf dem 11. von 180 Plätzen steht. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürren – es gibt kaum eine Katastrophe, die das mittelamerikanische Land nicht schon getroffen hat. Besonders schwer waren die Schäden nach den Wirbelstürmen „Mitch“ und „Stan“. Die Intensität und die zunehmende Häufigkeit der Katastrophen sind auch den beiden Klimaphänomenen „El Niño“ und „La Niña“ geschuldet. Die Wirtschaft des Landes leidet unter den Katastrophen, vor allem die Landwirtschaft, die Arbeitsplätze sichert und das Wachstum anregen soll. Überschwemmungen führen zu Ernteverlusten, Dürreperioden verursachen Ernährungskrisen.

 

Das Projekt wird mit Mitteln vom Auswärtigen Amt (AA) unterstützt.  

November 2018