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Eine warme Mahlzeit am Tag

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Zwei Frauen verteilen die MahlzeitSchulspeisung: Heute gibt es Reis mit einer nahrhaften Soße, an einem anderen Tag wird Vollkornhirse mit spinatähnlichem Gemüse ausgeteilt. Martina Nerz

Eine geringe schulische Bildung begünstigt das Risiko der Mangelernährung, insbesondere in Sierra Leone, wo sich viele den Schulbesuch nicht leisten können. Wenn die Schulen in einer Region, die mit Armut und Ernährungsmangel zu kämpfen hat, eine warme Mahlzeit für seine Schülerinnen anbietet, dann ist das ein Motiv für die Eltern, ihre Kinder regelmäßig zur Schule zu schicken.

Das war in den Orten Lunsar  im Kreis Port Loko und in Sowa im Kreis Kono offensichtlich: Solange hier 7.000 Schülerinnen dank einer Schulspeisung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen eine Mahlzeit beim Schulbesuch erhielten, kamen sie zur Schule. Als die Mahlzeit wegfiel, sank die Anzahl der Schülerinnen in den Klassenräumen.  

Daher hat Caritas international zusammen mit den diözesanen Caritasstrukturen von Port Loko und Kono die Schulspeisung wiederbelebt: statt importierter Nahrungsmittel werden lokal erzeugte Produkte verkocht. Auf bisher ungenutzten Flächen bauen die Kleinbauern der Region nahrhafte und vitaminreiche Pflanzen an, dafür erhalten sie Saatgut, Düngemittel und Beratung. So fördert das Projekt die lokale Landwirtschaft und sichert gleichzeitig die Ernährung von 7.000 Schülern und Schülerinnen. Insgesamt werden 4.000 Bauern und Bäuerinnen sowie Lehrpersonen und Schüler/innen direkt in die Aktivitäten eingebunden.

Gesund und konzentriert

Die warme Mahlzeit aus Reis, Bulgur, Palmöl und Fisch sowie einer vitaminreichen Sause mit spinatähnlichem Gemüse wirkt sich positiv auf den Gesundheitszustand der Kinder aus. Auch, weil sich mit knurrendem Magen schlecht lernen lässt, hat die Schulspeisung einen positiven Effekt auf die Bildung: die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Schüler und Schülerinnen steigt.

Damit die Kinder zugleich lernen, wie man sich gesund ernährt, werden in sieben Schulen in den Gemeinden Koido und Port Loko Schulgärten gemeinsam angelegt. Schüler und Schülerinnen erhalten gemeinsam mit dem Lehrpersonal, wie die Gärten bewirtschaftet werden können: Gartenbau und Ernährungslehre gehen hier Hand in Hand.

Damit die Schulkantinen auch in Zukunft ohne die Unterstützung von Caritas international funktionieren, wird gemeinsam mit den Eltern, Lehrern und Lehrerinnen sowie den Schuldirektorinnen und Vertreterinnen der Dorfgemeinschaften ein Konzept erarbeitet: Wie wird der Betrieb der Schulkantinen gesichert? Wer übernimmt welche Aufgabe?

Um die Produktion von nahrhaften Lebensmitteln zu gewährleisten, erhalten Kleinbauern in den Dörfern Saatgut und Beratung für eine angepasste landwirtschaftliche Produktion auf bisher ungenutzten Flächen.  Die betreffenden Dorfgemeinschaften werden mit dem Aufbau von Schulgärten, der Ausbildung der "Gärtner und Gärtnerinnen" sowie dem Betrieb eigener Schulkantinen darin gestärkt, sich selber zu versorgen. So können die Dorfgemeinschaften langfristig selber die Verantwortung für die warme Mahlzeit in ihren Schulen übernehmen.

Juli 2013

 

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